HUK-Versicherte aufgepasst – Belehrung über Rechtsfolgen in manchen HUK-Verträgen unwirksam!

Ein immer wieder auftretendes Problem: Man schließt einen Versicherungsvertrag, zahlt artig seine Beiträge, und im Leistungsfall dreht der Versicherer jeden Stein um, bis er eine Möglichkeit findet seiner Zahlungspflicht zu entgehen.

Oft geschieht dies durch den Vorwurf der so genannten „vorvertraglichen Anzeigepflichtverletzung“.

Das bedeutet: Im Antrag zum Versicherungsvertrag stellt der Versicherer Gesundheitsfragen. Wird eine dieser Fragen falsch beantwortet, kann es den Versicherungsnehmer teuer zu stehen kommen. Der Versicherer kann den Vertrag kündigen, zurücktreten, abändern oder sogar wegen arglistiger Täuschung die Anfechtung erklären ...

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Paukensschlag beim Schmerzensgeld!

OLG Frankfurt
Urteil vom 18.10.2018 – 22 U 97/16

Als erstes Obergericht ist das Oberlandesgericht Frankfurt von der seit Jahrzehnten bestehenden Schmerzensgeldbezifferung abgewichen: Es hat ein bislang nur in der Literatur vertretenes Berechnungsmodell angewendet, dass insbesondere Menschen mit schweren Dauerschäden (Polytrauma, Querschnitt etc.) Vorteile bringt.

Während bislang Tabellenwerke herangezogen wurden bzw. Entscheidungssammlungen, aus denen sich gerichtliche Entscheidungen bei bestimmten Verletzungen ergeben, sorgt die taggenaue Schmerzensgeldberechnung für mehr Transparenz, Plausibilität und Gerechtigkeit.

Zusammengefasst ist es so, dass ein Beeinträchtigungsgrad ermittelt ...

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Unfall auf Oktoberfest kann Arbeitsunfall sein

Urteil SG Berlin vom 05.10.2018 (S 115 U 309/17) – erschienen am 05.10.2018

Das SG Berlin hat entschieden: Ein Unfall beim Besuch des Münchner Oktoberfestes kann einen Arbeitsunfall darstellen. Dies steht aber – wie jede Betriebsfeier – unter engen Voraussetzungen.

Im entschiedenen Fall war der Kläger als Monteur seiner Firma bei einer Brauerei in München eingesetzt. Die Brauerei veranstaltete im eigenen Festzelt einen Brauereinachmittag. Sowohl die eigenen Mitarbeiter waren geladen, als auch die im Betrieb tätigen Fremdarbeiter wie der Kläger. ...

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Krankenkassen müssen MS-Erkrankten Fußheber-System bezahlen

Landessozialgericht Baden-Württemberg,

Urteil vom 19.06.2018, veröffentlicht am 26.06.2018, Aktenzeichen L 11 KR 1996/17

Das Landessozialgericht Baden-Württemberg hat entschieden, dass an Multipler Sklerose leidende Menschen Anspruch auf Kostenübernahme für ein technisch aufwändiges Fußheber-System (Ness L 300) haben.

Die 1972 und 1978 geborenen Klägerinnen erkrankten vor ca. 15 Jahren an Multipler Sklerose. Wegen der stark beeinträchtigten Gehfähigkeit, beantragten sie in 2014 bzw. 2015 die Kostenübernahme für das Fußheber-System Ness L 300. Hierfür entstehen ca. Kosten i.H.v. 5.500 € zuzüglich Zusatzkosten (Einweisung, ...

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Warum liegt hier Stroh? Oder: Wann man einfach mal nicht klagen sollte

Einen kuriosen Fall hatte das Amtsgericht München am 21.12.2017 – 158 C 7965/17 – veröffentlicht am 23.02.2018 zu entscheiden:

Eine Besucherin lief im Münchner Zoo gegen die Panzerglasscheibe, mit der das Giraffengehege vom Besucherbereich des Giraffenhauses abgetrennt war. Sie zog sich eine Nasenprellung, Nasenbluten und Kopfschmerzen zu. Sie verklagte den Tierpark auf Schadensersatz und Schmerzensgeld, weil sie die Panzerglasscheibe wegen einer Spiegelung der Sonneneinstrahlung nicht habe sehen können. Der Tierpark habe nicht hinreichend auf die Existenz der Panzerglasabtrennung mit einem separaten ...

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Fettschürzenreduktion – Krankenkasse muss zahlen!

SG Osnabrück, Urteil vom 23.01.2018 (S 42 KR 182/16), veröffentlicht am 07.02.2018

Das SG Osnabrück hat die gesetzliche Krankenversicherung zur Kostenerstattung für die Entfernung einer Fettschürze verurteilt. Dem lag folgender Sachverhalt zugrunde:

Die Klägerin hatte innerhalb 1,5 Jahre 46 kg abgenommen (von 120 kg auf 73,5 kg bei einer Größe von 170 cm). Es verblieben durch den schnellen Gewichtsverlust große Hautlappen, insbesondere im Bauchbereich. Den Kostenübernahmeantrag für die Entfernung dieser Fettschürze lehnte die Krankenkasse nach Stellungnahme des medizinischen Dienstes ab: Die Haut ...

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Neuer Job – Berufsunfähigkeitsversicherung muss trotzdem zahlen!

BGH: Urteil vom 20.12.2017 – IV ZR 11/16 – veröffentlicht am 08.02.2018

Was zunächst seltsam klingt, nämlich dass man trotz Ausübung eines Berufes Leistungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung beziehen kann, ist tatsächlich nicht neu. Die meisten Bedingungen der Berufsunfähigkeitsversicherungen sehen eine so genannte „konkrete Verweisung“ vor. Das bedeutet, man ist berufsunfähig, wenn man seinen ursprünglichen Beruf nicht mehr ausüben kann, und gleichzeitig keinen anderen Beruf ausübt.

Dies gilt aber nur, wenn der neu ausgeübte Beruf in etwa den gleichen sozialen Status innehält. Das ...

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Schadensersatz und Schmerzensgeld vom Arbeitgeber

Urteil des Landesarbeitsgerichts Nürnberg vom 09.06.2017 – 7 Sa 231/16 – veröffentlicht am 30.01.2018

Grundsätzlich sind Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüche gegen den Arbeitgeber ausgeschlossen (§ 104 SBG 7). Begründet wird dies mit der umfangreichen Versorgung durch die Berufsgenossenschaften, sowie der Wahrung des Betriebsfriedens. Dieser Ausschluss von Schadensersatz- und Schmerzensgeldansprüchen gegen den Arbeitgeber gilt allerdings nicht, wenn dem Arbeitgeber ein sogenannter „doppelter Vorsatz“ nachzuweisen ist. Das bedeutet: Vorsatz zum einen bezüglich der Verletzungshandlung und Vorsatz bezüglich des eingetretenen Schadens. Bei Letzterem reicht aus, dass der ...

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Neues zum schulischen Wegeunfall: Auch häusliche Gruppenarbeit kann unfallversichert sein

BSG Urteil vom 23.01.2018 – 2 U 8/16 R

Das Bundessozialgericht hat entschieden, dass unter bestimmten Voraussetzungen auch ein Weg außerhalb des Unterrichts als Schulweg unfallversichert sein kann. Der Entscheidung lag folgender Sachverhalt zugrunde:

Die Klasse sollte – unterteilt in mehrere Kleingruppen – für den Musikunterricht einen Film drehen. Die Lehrerin stellte den Schülern frei den Film während der Unterrichtsszeit oder in der Freizeit zu drehen. Eine Gruppe entschied sich für die Freizeitvariante. Während der „Dreharbeiten“ kam es zwischen den Schülern zum ...

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Arzthaftung: Aktuelles Urteil zur Aufklärung

OLG Hamm, Urteil vom 15.12.2017 – 26 U 3/14, veröffentlicht am 23.01.2018

Den Arzt trifft eine besondere Aufklärungspflicht bei einer nur „relativ indizierten Operation“. Von einer relativ indizierten Operation spricht man, wenn es echte (nicht nur theoretische) konservative Behandlungsalternativen gibt.

Dem Urteil lag folgender Sachverhalt zu Grunde:

Der Patient litt seit Ende der achtziger Jahre an Rückenschmerzen. Nach Vorstellung im Krankenhaus riet ihm der Arzt zu einer operativen Versorgung des verengten Wirbelkanals der Lendenwirbelsäule. Die Operation wurde mittels Discektomie, einer Kompression, einer Neurolyse, ...

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